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Erneuter Abbruch am Makalu

Kein Glück am Makalu: Luis Stitzinger und Alix von Melle bremst ein Lungenödem auf 8000 Meter aus.

makalu 8000

Alix von Melle im weiten Sattel des Makalu La, 7400 m, i.H. Lhotse Shar und Mount Everest.

alix von melle sattel

Alix von Melle und Luis Stitzinger im zweiten Hochlager, C2 6650 m, am Makalu.

hochlager

Während es in der Vormonsun-Saison 2014 so vielen Bergsteigern wie selten gelang, den 8485 m hohen Makalu in Ostnepal zu bezwingen, musste sich das deutsche Expeditionsbergsteigerehepaar Alix von Melle (42) und Luis Stitzinger (45) aus Füssen im Allgäu am 25. Mai erneut im Verzicht üben: Auf knapp 8000 Meter Höhe hatte sich Alix von Melle am Gipfeltag ein lebensgefährliches Lungenödem eingehandelt und musste daraufhin sofort absteigen. 

Gipfeltag sollte der 25. Mai sein

Die meisten erfolgreichen Gipfelaspiranten der Saison erreichten in den frühen Morgenstunden des 25. Mai die höchste Spitze des Makalu, darunter auch die deutschen Bergsteigerinnen Heidi Sand aus Stuttgart und Billi Bierling aus Garmisch-Partenkirchen als Teilnehmerinnen eines großen Expeditionsveranstalters. Unter Zuhilfenahme von künstlichem Flaschensauerstoff und Sherpas konnten die Bergsteiger den widrigen Verhältnissen am Berg trotzen und gelangten in unter 7 Stunden Gehzeit vom letzten Hochlager C4 (7600 m) auf den exponierten Himalaya-Gipfel.  Lediglich drei Alpinisten gelang es in der gesamten Saison den Makalu ohne diese Hilfsmittel zu erobern, darunter der fünfte Deutsche im Bunde, der Bergführeranwärter Florian Hübschenberger aus Freilassing, der den Gipfel am 17. Mai in 11 Stunden Gehzeit erreicht hatte. 

Innerhalb einer Nacht ein Lungenödem bekommen

Auch von Melle und Stitzinger waren ohne künstlichen Sauerstoff unterwegs, was ihnen bei den kalten Temperaturen am Gipfeltag zum Verhängnis wurde: In der extrem kalten und trockenen Höhenluft konnte sich während der Nachtstunden bei von Melle binnen kürzester Zeit ein Ödem entwickeln. Dieses verhindert die Aufnahme von Sauerstoff über die Lunge und kann innerhalb von wenigen Stunden zu einem lebensgefährlichen Zustand führen. Als das Paar dies erkannte, war ihm klar, dass es sofort handeln und abermals auf den Gipfel verzichten musste. Noch am selben Abend erreichten die Bergsteiger das Basislager (5700 m) am Fuße des Chago-Gletschers. Zur Behandlung des Ödems musste sich von Melle zwei Tage später in eine Klinik ausfliegen lassen. Mittlerweile ist ihr Gesundheitszustand wieder stabil. 

Lawinen-Unglück und mehr als 60 Bergsteiger im Basislager

Während das desaströse Lawinenunglück am 18. April mit 16 Todesopfern auf der Südroute des Mount Everest zu leeren Lagern am Berg geführt hatte, erfreute sich die normalerweise nur selten begangene Route über die Westwand am Makalu 2014 ungewohnter Beliebtheit. Mehr als 60 Bergsteiger und noch einmal dieselbe Anzahl an Sherpas und Hilfskräften bevölkerte das Basislager während der Expeditionsmonate April und Mai – etwa doppelt so viele, wie sonst üblich. Nach wie vor wagen sich aber jährlich nur wenige Bergsteiger ohne künstlichen Sauerstoff und Unterstützung an die lange und zähe Route auf den fünfthöchsten Berg der Erde, der dem Mount Everest unmittelbar gegenüberliegt. Der genaue Verlauf der Expedition kann im Expeditionstagebuch auf www.goclimbamountain.de  zusammen mit vielen Bildern der Unternehmung nachgelesen werden.