notfall lawine

Notfall Lawine: Was tun?

Der Fall der Fälle: ein Lawinenabgang. Jetzt heißt es schnell und souverän handeln statt nervös zu… hetzen. Wir zeigen die wichtigsten Schritte für den Notfall.

verschüttete

In den ersten 18 Minuten haben Verschüttete eine 90-prozentige berlebenswahrscheinlichkeit.

bergwacht

Nur ein Drittel ist beim Stillstand der Lawine bereits tot.

Im schönsten Pulverschnee denkt keiner an den Ernstfall. Doch ganz ausschließen lässt sich ein Lawinenabgang nie. Deshalb sollte jeder Tourengeher selbstständig in der Lage sein, rasch seine Kameraden zu bergen. Die Notfallausrüstung – bestehend aus LVS-Gerät, Sonde und Aluschaufel – sollte nicht nur alibimäßig im Rucksack stecken, sondern man muss deren Umgang üben und beherrschen. Jeder Skibergsteiger muss sich im Klaren sein: die Kameradenbergung ist die Lebensversicherung Nummer 1. Innerhalb der ersten 18 Minuten werden Verschüttete zu 90 Prozent lebend geborgen. Rettungsteams brauchen in der Regel 90 Minuten bis zum Eintreffen im Gelände. Danach sinkt die Chance, den Kameraden lebend zu bergen, auf gerade mal 16 Prozent! Aufgrund dieser harten Fakten ist es besonders wichtig, die Zeit effektiv und strukturiert zu nutzen. Den Ablauf sollte jeder Tourengeher kennen. Wann und ob ein Notruf abgesendet wird, ist von der jeweiligen Situation abhängig. Als einziger „Helfer“ sollte man oft lieber suchen statt diesen abzusetzen.

Verhalten in der Lawine

Hört sich immer besserwisserisch an, aber als Erstes sollte man alle dafür tun, gar nicht verschüttet zu werden. Dafür gibt es folgende Tipps:Versuchen, aus dem Lawinenbereich herauszufahren, Stöcke loslassen, evtl. Bindung öffnen, Lawinenairbag aktivieren, an Bäumen/Sträuchern festhalten, Strampeln und Treten, Knie gegen die Brust ziehen und Arme vor das Gesicht halten. Kämpfen, Kämpfen!

Verhalten der Nicht-Betroffenen

  • Lawinenabgang und Erfasste (Verschwindepunkt) genau beobachten, Übersicht gewinnen – nachdenken – handeln
  • Eigene Sicherheit beurteilen, Folgeunfälle vermeiden. Primärsuchbereich festlegen (in Fließrichtung unterhalb des Verschwindepunktes)
  • Sofort-Suche mit Auge und Ohr und gleichzeitig Suche mit LVS* (nicht benötigte LVS ausschalten!); anschließend Punktsuche mit Sonde
  • Alarmierung: Telefon (140=AUT, 112=international oder 144=CH)
    *Sobald LVS-Suche abgeschlossen ist, alle LVS-Geräte wieder auf SENDEN

Unfallmeldung per Notruf

  1. Wer meldet: Name, Telefonnummer, Standort?
  2. Was ist geschehen?
  3. Wo ist der Unfallort?
  4. Wann ist der Unfall geschehen?
  5. Wie viele Verschüttete, Helfer?
  6. Wetter am Unfallort?
  7. LVS, Recco vorhanden?

Bergung - jede Minute zählt!

  • Gezielt schaufeln: großzügiges, V-förmiges Graben, abwechseln
  • So rasch wie möglich Kopf und Brust freilegen, Atemwege freimachen, Kontrolle ob Atemhöhle vorhanden (Atemwege voll mit Schnee = keine Atemhöhle)
  • Beatmen (Mund zu Nase), bei Kreislaufstillstand gleichzeitig Herzmassage. Wiederbelebungsmaßnahmen ausführen, bis ein Arzt den Patienten übernimmt
  • Schutz vor weiterer Auskühlung undstabile Lagerung
  • Intensive Überwachung und Betreuung; Schonender Abtransport mit dem Helikopter

Darum ist Kameradenrettung so wichtig:

18 Minuten gute Chancen Dank rascherer Ortung und Bergung konnten die Verschüttungszeiten reduziert werden: bei der Kameradenrettung von 15 auf 10 Minuten, bei der organisierten Rettung von 105 auf 60 Minuten. In den ersten 18 Minuten haben Verschüttete eine 90-prozentige Überlebenswahrscheinlichkeit.

Zwei Drittel ersticken 58% der Verschütteten erliegen in einer Lawine einem Erstickungstod, daher zählt jede Minute bei der Kameradenrettung! In den ersten 18 Minuten besteht noch eine große Chance, den Verschütteten lebend zuretten. Ein Drittel ist beim Stillstand derLawine bereits tot.